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| Position: Vita > München, Zürich, Rom 1957-1962 | ||
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München - Zürich - Rom: 1957 bis 1962In der Zeit des Aufenthaltes in der Bundesrepublik Deutschland arbeitete Ingeborg Bachmann als Dramaturgin beim Bayrischen Fernsehen und München und engagierte sich, gemeinsam mit anderen Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern im "Komitee gegen die Atomrüstung". Das literarisch bedeutendste Ereignis dieser Zeit dürfte für sie wohl der Hörspielpreis der Kriegsblinden gewesen sein, der ihr für ihr Hörspiel Der gute Gott von Manhattan am 17. März 1959, im Plenarsaal des Bundesrates in Bonn, verliehen wurde. Sie hielt die poetologisch aufschlussreiche Dankesrede mit dem berühmt gewordenen Titel "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar". 1958 ist Ingeborg Bachmann die erste Dozentin der neugegründeten Gastdozentur für Poetik an der Universität Frankfurt/Main, die im Turnus deutschsprachigen Dichtern übertragen wurde, und sie hält im Wintersemester 1959/1960 fünf Vorlesungen über "Fragen der zeitgenössischen Dichtung". Sie lernt den Schriftsteller Max Frisch kennen, mit dem sie eine mehrjährige krisenreiche, von schmerzlichen Erfahrungen durchsetzte Beziehung verbindet. Zunächst leben beide in Zürich, im Sommer 1960 in Rom und bis zur endgültigen Trennung am Ende des Jahres 1962 abwechselnd in Rom und Zürich. 1961 erscheint Bachmanns erster Erzählband Das dreißigste Jahr und sie erhält dafür im Oktober in Berlin den Literaturpreis des Verbandes der Deutschen Kritiker. Auch während ihres Aufenthaltes in der Bundesrepublik Deutschland und in der Schweiz reißt der literarische Kontakt mit Italien nicht ab. 1959 erscheint in der Zeitschrift "Botteghe Oscure" in Rom die Urfassung der Erzählung "Jugend in einer österreichischen Stadt" (1961 aufgenommen in den Erzählband Das dreißigste Jahr) und 1963 bei Feltrinelli, Mailand, die erste Übersetzung des Erzählbandes Das dreißigste Jahr (Il trentesimo anno, Clara Schlick). Bachmann übersetzt und veröffentlicht eine Auswahl der Gedichte von Giuseppe Ungaretti, die 1961 bei Suhrkamp herauskommt, und zeigt damit ihr großes Interesse an der neueren Literatur ihrer Wahlheimat und ihre grenzüberschreitende Wahrnehmung der Entwicklungen der modernen Lyrik. 1961 begegnet Ingeborg Bachmann in Meersburg/Bodensee Nelly Sachs, deren Werke vom italienischen Germanisten Ladislao Mittner als "Hymne an den großen jüdischen Schmerz" bezeichnet wurden. "Der Freundin, der Dichterin" widmet sie das Gedicht "Ihr Worte". |
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