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| Position: Vita > Kärnten 1926-1945 | ||
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Kindheit und Jugend an der Grenze: 1926 bis 1945Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, im katholischen Kärnten, als ältestes von drei Kindern einer protestantischen Familie geboren. Die Familie ihrer Mutter, Olga Bachmann, geborene Haas, betrieb eine Strickwarenerzeugung in Niederösterreich. Der Vater, Matthias Bachmann, Lehrer für Stenographie und Italienisch und später Hauptschuldirektor, entstammte einer Bauernfamilie im Kärntner Gailtal. Ihrem Vater verdankte sie die Liebe zu Italien und die Einführung in die italienische Sprache. Kindheit und Jugend verbrachte Ingeborg Bachmann in Klagenfurt (Volksschule, Bundesrealgymnasium, Ursulinengymnasium und Matura, anschließend Abiturientenkurs an der Lehrerbildungsanstalt, bei Kriegsende abgebrochen). Während der Ferienzeit aber ist sie in dem kleinen Ort Obervellach im Bezirk Hermagor, am sogenannten Dreiländereck an der Grenze zu Italien und Slowenien. Der Mythos einer friedlichen Kindheit geht bei ihr ebenso auf diese Landschaft zurück wie die Sehnsucht, die Grenzen zu überschreiten, an andere Länder und Sprachen "anzugrenzen" - "Über den Bergen, eine Wegstunde weit, liegt schon Italien". Dass die Mehrsprachigkeit als Bereicherung erlebt wurde, gehörte sicher nicht zu den Selbstverständlichkeiten in Kärnten, im Gegenteil, für die Mehrzahl der Bevölkerung ging davon eine Bedrohung aus. Bachmanns Wunsch, Grenzen zu überschreiten, stand dem viel stärkeren Bestreben gegenüber, die Grenzen zu sichern und zu fixieren. Der Einmarsch der Hitlertruppen im März 1938 zerbrach endgültig diesen Kindheitsmythos. Die Dichterin hat später mit diesem historischen Ereignis das Ende ihrer Kindheit datiert. In der brutalen Sprache und dem entsetzlichen Lärm war für sie das kommende Grauen schon enthalten. Ein eindrucksvolles Zeugnis dieses Lebensabschnittes stellt der autobiographische Schlüsseltext "Jugend in einer österreichischen Stadt" dar, der den Erzählband Das dreißigste Jahr einleitet. |
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