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| Position: Vita > Berlin 1963-1965 | ||
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Krankheit und Zerstörung in Berlin: 1963 - 19651963, nach der endgültigen Trennung von Max Frisch, nimmt Bachmann im Frühjahr die Einladung der Ford-Foundation zu einem einjährigen Schreibaufenthalt in Berlin an, das sie dann zu ihrem Wohnsitz für die nächsten Jahre wählt. Berlin wird, als ein "Ort für Zufälle" (so der spätere Titel ihrer Dankesrede zur Verleihung des Georg Büchner-Preises), zur Chiffre für Krankheit und Zerstörung, wo sich persönliche Krisenerfahrungen mit der historischen Krise zwischen Ost und West verschränken. Bachmann unterhält Kontakte mit Alfred Andersch, Uwe Johnson, Johannes Bobrowski und Witold Gombrowicz. Sie schließt sich der Klage gegen den CDU-Politiker Josef-Hermann Dufhues an, der die Gruppe 47 als "Reichsschrifttumskammer" bezeichnet hatte. 1964 reiste Ingeborg Bachmann im Jänner nach Prag, eine Reise, die ihre Spuren in den letzten Gedichten hinterließ, ähnlich wie die im Frühjahr unternommene Ägypten-Reise das Sujet für das Romanprojekt Der Fall Franza (das "Wüstenbuch") abgab. Der Piper Verlag legt den Sammelband Gedichte, Erzählungen, Hörspiele, Essays vor, der zum ersten Mal einen Überblick über das vielfältige Schaffen von Ingeborg Bachmann gibt. Im Oktober wird sie in Darmstadt mit dem "Georg-Büchner-Preis" ausgezeichnet. Sie dankt mit einer Rede über ihre Erfahrung in Berlin: "Ein Ort für Zufälle". Die Rede erschien im Klaus Wagenbach Verlag/Berlin in einer veränderten und erweiterten Fassung mit 13 Zeichnungen von Günter Grass. Als 1965 die russische Dichterin Anna Achmatova in Rom den Taormina-Preis erhält, ist Ingeborg Bachmann bei der Preisverleihung anwesend und rezitiert das Gedicht „Wahrlich“, das sie der Achmatova gewidmet hat. Im Herbst 1965 wird Ingeborg Bachmann, zusammen mit Hans Magnus Enzensberger, in den Vorstand der "Europäischen Schriftstellergemeinschaft" COMES (Communità Europea degli Scrittori) gewählt. Am Ende des Jahres übersiedelt sie wieder nach Rom, das nun bis zu ihrem Tod ihr Wohnsitz bleibt, zunächst in der Via Bocca di Leone, ab 1971 im Palazzo Sacchetti in der Via Giulia.
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