Italien 1953-1957

Italien ist in den fünfziger Jahren für mehrere deutsche und österreichische Künstler und Schriftsteller eine Art Exil geworden. Hans Werner Henze hat dieses Phänomen einmal als generationstypisches Reagieren auf die Restauration nach 1945 beschrieben, ohne darin aber "eine ausschließlich politische Geste" zu sehen. Wie "viele andere auch: Enzensberger, Andersch, Hildesheimer, Ingeborg Bachmann", sei er aus Deutschland weggegangen, sobald er "es sich erlauben konnte". "Mir kam es nicht so sehr auf die Pinien an, das Meer, die antiken Bauwerke: Ich wollte vielmehr endlich leben. Mein eigenes Leben führen können, frei von Angst, unbehelligt von Skandalen und ohne das bedrückende Gefühl haben zu müssen, ein Außenseiter zu sein."

(Hans Werner Henze: "Die Krise des bürgerlichen Künstlers" in: H.W. Henze: Musik und Politik. Schriften und Gespräche 1955-1975, München 1976, S. 145f.)