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Samstag, 11. Juli 2009

Hörtipp Ö1: "Zwei Mundvoll Schweigen"

Herzzeit auf Ö1 Ab dem 5. Juli sendet der ORF in seinem Sommerprogramm auf Ö1 jeden Sonntag zwischen 13:10 und 14:00 Uhr den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Die etwa 180 Briefe, die Ingeborg Bachmann und Paul Celan zwischen ihrem Kennenlernen in Wien, im Frühling 1948, und ihrem letzten Lebewohl-Versuch, im Sommer 1967, einander geschrieben haben, enthalten das Persönlichste, Privateste, ja Intimste, worüber sie jeweils verfügten (oder zu verfügen glaubten): ihre Dichtung.

 

Ende des Jahres 1947 war der gerade 27 Jahre alte Paul Celan nach einem achtwöchigen Gewaltmarsch als Flüchtling vor dem Sowjet-Stalinismus aus Bukarest nach Wien gekommen. Hier, während der damaligen, ganz kurzen, surrealistischen Versuchsphase, lernte er die 21-jährige Philosophiestudentin und Radio-Mitarbeiterin Ingeborg Bachmann kennen. Der Flüchtling Celan hatte seine Eltern in ukrainischen Todeslagern verloren und war selbst den deutschen Nazis und der rumänischen Zwangsarbeit entkommen. Ingeborg Bachmanns beinahe augenblickliche Fasziniertheit rührte wohl auch von dem Wissen her, dass ihr Vater in Klagenfurt ein Nazi der ersten Stunde gewesen war. Es waren, beiderseits, Lebensversuche über Abgründe hinweg, gleichbedeutend mit einem bedingungslosen, großen Liebesversuch.

 

Johanna Wokalek und Jens Harzer lesen den Briefwechsel zwischen den beiden Lyrikern - jeweils sonntags um 13.10 Uhr.

 

 

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