Ein Wien-Spaziergang auf den Spuren von Ingeborg Bachmann kann sich natürlich nicht auf Punkte beschränken, an denen sich die Dichterin verbriefter Maßen aufgehalten hat. Vielmehr wird hier auf das einzugehen sein, was von der Topographie dieser Stadt in ihr Werk eingeschrieben ist, und selbstverständlich steht zu Beginn ein Besuch im Ungargassenland auf dem Programm, jenem im Roman Malina so nachdrücklich beschworenem Mikrokosmos, in dem "bloß zwei Häuser stehen, die man auch im Dunkeln finden kann".
Aber auch anderswo in der Stadt finden sich Orte, die im Werk der Bachmann nicht nur erwähnt, sondern die zitathaft und evokativ eingesetzt werden, die ein topographisches und soziales Koordinatensystem bilden und die vor allem nicht austauschbar sind. Einige von ihnen werden auf dieser sehr Text-lastigen Tour aufgesucht.
Eine "Spurensuche" im engeren Sinne, ein Überprüfen, was vom vor Jahrzehnten Genannten und Beschriebenen noch auffindbar ist (und was sich signifikant verändert hat!), drängt sich geradezu auf. Um Spurensuche geht es aber auch, wenn den zahlreichen in den Texten versteckten Anspielungen auf Freund und Feind nachgegangen wird. Die Liste beginnt bei Hans Weigel und ist bei Heimito von Doderer noch lange nicht zu Ende…
Treffpunkt: Vor dem Hauptmünzamt (1030 Wien, Am Heumarkt 1)
Bitte einen Fahrschein mitbringen!